Rote Riesen (Takimo 1)

Ein Roter Riese ist eine Sonne in hohem Alter, die ihren Brennstoff fast aufge­braucht hat.

Wie das Leben auf unserer Erde unterliegen auch die Sterne dem ewigen Kreislauf von Geburt und Tod. Sie werden in dichten Staubgebieten der Galaxien geboren und leben meist über mehrere Millionen bis Milliarden Jahre. Schließlich sterben sie, nachdem sie das Stadium der Roten Riesen durchschritten haben, als Weiße Zwerge, Neutronensterne oder gar in Supernovaexplosionen als Schwarze Löcher.

Nach einer mitunter heftigen Geburt, verbringt ein Stern die meiste Zeit seiner Existenz in relativer Ruhe. Wie derzeit in unserer Sonne, verschmelzen in seinem Inneren Wasserstoffatome zu Helium. Die hohe Stabilität und Dauer dieses Prozesses stellt eine wesentliche Voraussetzung für das Leben dar.

Ist der Brennstoff im Inneren allerdings verbraucht, kommt es zu dramatischen Veränderungen: Der Stern bläht sich zu einem roten Riesenstern auf. Die Radien der roten Riesensterne wachsen auf das 10- bis 1000-fache ihres ursprünglichen Sonnenradius. Bedenkt man, dass die mittlere Entfernung der Erde von der Sonne etwa 215 Sonnenradien beträgt, wird klar, wie “eng” es in einem Planetensystem während dieser Phase der Sternentwicklung werden kann.

In ca. 5 Milliarden Jahren wird sich auch unsere Sonne zu einem Roten Riesen aufblähen. Zuerst wird der sonnennächste Planet Merkur in der atomaren Glut der Sonne verglühen, dann Venus. Der ständig zunehmende Sonnenwind wird die Erdatmosphäre wegreißen, und die Hitze wird die Ozeane verdampfen lassen. Wie weit sich unsere Sonne als Roter Riese ausdehnen wird, weiß man heute noch nicht genau. Vielleicht kommt dieser Prozess kurz vor der Erde zum Stillstand, möglicherweise dehnt sich die Sonne aber auch bis zum Mars aus.

Im Endstadium wird unsere Sonne ihre äußere Hülle in den Weltraum abstoßen, und der Kern wird zu einem weißen Zwergstern kollabieren. Es wird ein Planetarischer Nebel entstehen, welcher sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 20 bis 40 km/sec ausdehnt und sich innerhalb einiger zehntausend Jahre im Weltall verflüchtigt. (s. Lexikon Sternenstaub)

Planetarischer Nebel: Der Helix Nebel mit weißem Zwergstern in der Mitte (Foto NASA und Hubble Heritage Team)

Planetarischer Nebel: Der Helix Nebel mit weißem Zwergstern in der Mitte (Foto NASA und Hubble Heritage Team)


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